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Was ist eigentlich ein Wanderrucksack?

Deutschlands abwechslungsreiche Topografie macht es zu einem Traum für Wanderbegeisterte. Die Zeiten, in denen Wandern ein angestaubter Begriff war und von Menschen 50+ zelebriert wurde, sind längst vorbei. Stattdessen nutzen viele Menschen die Wanderung in der Natur, um sich von ihrem stressigen Alltag zu erholen.
Hierbei zählt ein Wanderrucksack zum wichtigsten Begleiter. Dabei kommt es nicht darauf an, ob man nur eine kurze Tagestour, eine Trekkingtour oder eine längere Reise vorhat. Ohne einen passenden Rucksack sollte man sich nicht auf den Weg machen.
Natürlich gibt es bei der Auswahl eines Rucksacks eine Vielzahl von Faktoren, die genau bedacht werden müssen, damit am Ende das Ergebnis stimmt.

 

Wanderrucksack kaufen – Worauf muss ich achten?

 

  • Packvolumen des Rucksacks

Die erste Frage, die man sich wahrscheinlich beim Rucksackkauf stellt ist wahrscheinlich, wie groß der Wanderrucksack sein soll. Allerdings gibt es hierfür keine pauschale und universelle Antwort. Es kommt immer auf den Einzelfall an.

Für eine Tagestour reicht meist ein Wanderrucksack mit 15 bis 20 Litern Volumen, da man für diesen Zweck sehr wenig Gepäck transportieren muss. Meist muss nur eine Fleece oder Regenjacke, ein Erste-Hilfe-Set und Essen sowie Trinken mitgenommen werden.
Für eine Tour über mehrere Tage braucht es schon ein größeres Exemplar. Für einen solchen Zweck sollte man mit 25 bis 45 Liter kalkulieren. Es müssten immerhin mehrere Kleidungsstücke und auch mehr Ausrüstungsgegenstände transportiert werden.
Eine ausgedehnte Tour über viele Tage braucht meist einen Wanderrucksack mit einem Volumen von 65 bis 110 Litern. Immerhin muss bei solchen Wanderungen auch sehr viel Material in den Rucksack passen. Dies schließt sperrige Zelte, Schlafsäcke, verschiedene Kleidungstypen, Wechselschuhe und unzähliges Werkzeug ein.
Um das ungefähre Packvolumen zu bestimmen bereitet man am besten im Vorfeld eine Packliste vor. So bekommt man eine gute Vorstellung davon, wieviel Gepäck im Wanderrucksack transportiert werden muss. Ist man sich trotzdem nicht sicher, kann man das Gepäck auch zusammentragen und bekommt somit eine genauere Vorstellung davon, wie groß das Volumen des Gepäcks ist.

 

  • Einstellmöglichkeiten am Rucksack

Die Einstellmöglichkeiten des Rucksacks bestimmen maßgeblich dessen Tragekomfort. Die zahlreichen Gurte und Riemen ermöglichen es, den Wanderrucksack perfekt an den eigenen Körper anzupassen.
Von besonderer Bedeutung sind dabei die Lastriemen, die Brustgurte und der Hüftgurt. Die Lastriemen sorgen dafür, dass der Rucksack näher oder weiter entfernt vom Körper getragen werden kann. Das kann insbesondere bei starken Anstiegen sehr nützlich sein. Der Brustgurt sorgt dafür, dass die Schultergurte in der richtigen Position bleiben und somit die Kraft perfekt auf die Schultern ableiten können. Ein Hüftgurt findet man meist nur bei größeren Wanderrucksäcken. Er leitet das entsprechend höhere Gewicht teilweise auf die Hüften ab, um ein ermüdungsfreies Tragen über weite Strecken zu ermöglichen.
Manche Rucksäcke verfügen weiterhin über ein einstellbares Rückenteil. Das hat den Vorteil, dass der Rucksack individuell auf die Rückenlänge seines Trägers angepasst werden kann. Allerdings findet man diese Funktion meist nur bei hochpreisigen Exemplaren. Bei niedrigpreisigen sollte man den Wanderrucksack entsprechend seiner Rückenlänge nach aussuchen.

 

  • Tragekomfort eines Wanderrucksacks

Der letztliche Tragekomfort des Rucksacks hängt von mehreren Faktoren ab. Wichtig ist eine Luftzirkulation im Rückenbereich. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen fängt man sonst schnell an im Rücken zu schwitzen, was unangenehm ist. Zum anderen sorgt dieser Schweiß für eine Abkühlung des Rückens, was die Muskulatur anfälliger für Verletzungen macht. Das Tragegestell muss zudem, wie bereits erwähnt der Rückenlänge angepasst sein und eine gute Polsterung besitzen.
Häufig unterschätzt wird eine sinnvolle Packweise: schwere Sachen in den Rucksackboden und wenn möglich näher am Rücken, um das Drehmoment, das an den Schultern zerrt zu minimieren. Natürlich sollten auch keine Ecken und Kanten von Gegenständen im Rücken drücken.
Für den perfekten Tragekomfort muss der Wanderrucksack natürlich richtig eingestellt werden. Hierfür schaut man sich am besten Videos im Internet an oder sucht die Herstellerwebsite auf. Dort werden nämlich auch meistens Tipps und Ratgeber für den optimalen Sitz angeboten.

 

  • Das Material

Früher wurde für Rucksäcke vor allem Baumwolle als Material genutzt. Dies hört sich zunächst etwas verwunderlich an, aber Baumwolle kann sehr robust sein. Zum Beispiel besteht Segeltuch aus diesem Material, was zeigt, dass man aus diesem Naturstoff durchaus ein belastbares Gewebe erzeugen kann. Allerdings wäre ein Wanderrucksack aus diesem Material ziemlich schwer. Gleiches gilt für das tierische Material Leder, das zwar in puncto Wasserfestigkeit und Robustheit sicher ganz vorn mitspielt, aber leider auch ziemlich schwer ist.
Moderne Rucksäcke werden aus Polyamid und Polyester gefertigt. Die Geschichte dieser Stoffe reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Bis die Materialien ihre heutige Belastbarkeit erreichten verging jedoch eine Weile. Beide Gewebe sind ideal für einen Wanderrucksack. Sie kombinieren die Robustheit von Segeltuch oder Leder mit einem viel geringeren Gewicht.
Eigentlich sind Polyamid und Polyester keine Materialien, sondern Materialkategorien. Unter ihnen subsummieren sich unzählige Produktbezeichnungen, sodass es schwer ist, sich einen Überblick zu verschaffen. Nur so viel: die meisten Rucksäcke werden aus Polyamid oder auch Nylon hergestellt. Die Schalen sind meist aus festem Kunststoff und das Gestell wird häufig aus Aluminium, manchmal auch aus Kunststoff gefertigt. Reißverschlüsse müssen belastbar sein und bestehen daher aus Metall.

 

  • Preis Leistung

Beim Preis scheiden sich meistens die Geister. Auch hier kann wieder kein universelles Urteil gegeben werden. Es hängt immer von dem Einsatz des Rucksackes ab. Möchte man den Wanderrucksack sehr häufig verwenden und auf ausgedehnten Wanderschaften, so sollte man sicherlich zu einem teureren und qualitativ hochwertigeren Exemplar greifen. Im Extrembereich kann sogar das eigene Leben von dem Wanderrucksack abhängen. In diesem Fall möchte man garantiert nicht an der falschen Stelle gespart haben.
Das trifft natürlich nur für die wenigsten Nutzer zu. Die meisten Rucksack-Käufer sehen das Wandern nur als Hobby und suchen ein günstiges und trotzdem praktikables Gerät. Daher gilt die Empfehlung Sich generell im mittel- und niedrigpreisigen Segment zu bewegen, da diese in der Regel eine bessere Preis/Leistung bieten.
Sollte man auf den Preis/Leistungsindex besonderen Wert legen, lohnt es sich ein paar Nachforschungen im Internet zu tätigen. Hier gibt es unzählige Vergleichsportale, die unter anderem auch einen solchen Vergleichsindex errechnen. Allerdings sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass die Leistung immer subjektiv bewertet wird. Daher muss nicht zwangsläufig der bestbewertete Wanderrucksack der richtige für einen selbst sein.

 

 

 

Welche Hersteller sind zu empfehlen?

Der Rucksackmarkt ist hart umkämpft, was die Auswahl sicherlich schwierig macht. Auf der anderen Seite resultiert der ständige Wettbewerb der Hersteller in immer besseren und preisgünstigeren Modellen. Nachfolgend werden einige Hersteller kurz vorgestellt, die in der Vergangenheit mit qualitativ überzeugen Rucksäcken aufwarten konnten.

 

Deuter

Die Firma Deuter lässt die meisten ihrer Rucksäcke in den Ländern Vietnam und China herstellen. Bereits 2003 wurden die ersten Partnerschaften mit dortigen Produzenten gegründet. Nach eigenen Angaben liegt die Firma einen hohen Wert auf faire Löhne und vertretenswerte Arbeitsbedingungen der Belegschaft vor Ort. Die Wanderrucksäcke der Firma Deuter stehen daher seit vielen Jahren für hohe Qualität und soziale Gerechtigkeit. Neben den klassischen Rucksäcken stellt die Firma auch noch Schlafsäcke und Accessoires für unterschiedliche Bergsportarten her.

 

Fjällräven

Die Firma Fjällräven kommt, wie die unaussprechliche Schreibweise schon vermuten lässt, aus Schweden. 1960 wurde das Unternehmen aus dem Wunsch heraus gegründet, zeitlose und besonders haltbare Outdoorbekleidung herzustellen. Heutzutage ist die Firma besonders für seine Alltags-Rucksäcke bekannt und ist von den Campus deutscher Universitäten kaum mehr wegzudenken. Neben diesen Rucksäcken für den Freizeitbedarf stellt die Firma auch ernstzunehmende Wanderrucksäcke her. Interessant ist hierbei, dass das Unternehmen dabei auf andere Oberflächenmaterialien als die meisten Hersteller setzt und teilweise die Tragesysteme anstatt aus Aluminium aus finnischem Birkenholz fertigt.

 

Jack Wolfskin

Die Marke Jack Wolfskin wurde bereits 1981 gegründet und gehört damit schon eher zu den Outdoor-Urgesteinen in der Branche. Neben Wanderrucksäcke werden auch unzählige Varianten von Kleidung, Zelten, Schuhe und im Grunde genommen alles rund ums Wandern hergestellt. Das Unternehmen bietet unzählige verschiedene Typen von Wanderrucksäcke an. Dies macht es manchmal etwas schwierig eine Auswahl zu treffen.

 

Wieviel Volumen sollte ein Wanderrucksack haben?

Da man beim Wandern in der Regel mehr Gepäck mit sich führen muss als bei einem Gang zur Universität oder ins Büro, müssen die Rucksäcke auch ein wenig mehr Volumen besitzen. Eine gute Größe liegt bei ca. 30 Litern. Dies bietet für einen Tagestrip ausreichend Volumen, um eine Regenjacke, Proviant und ein paar nützliche Utensilien auf die Wanderung mitzuführen.
Soll die Wanderung mehrere Tage dauern ist das Volumen des Rucksacks entsprechend der Reisedauer anzupassen. Je länger die Reise und je mehr Utensilien mitgeführt werden müssen, desto größer muss das Volumen des Rucksacks sein. Dabei sollte man aber auch immer die Konstitution des Tägers im Auge behalten. Eine zierliche Frau sollte nicht unbedingt einen voll beladenen 110 Liter Wanderrucksack tragen. Die Größe des Rucksackes und das Volumen sollten also auch immer in Relation zu Körpergröße und zum Körpergewicht stehen.

 

Interner oder externer Rahmen?

Externe Rahmen sind mittlerweile sehr selten geworden. In den 80er Jahren haben die meisten Hersteller auf interne Rahmen gewechselt. Das heißt allerdings nicht, dass externe Rahmen immer eine schlechtere Wahl sind. Gerade bei längeren Wanderungen mit sperrigen und schweren Lasten kann der externe Rahmen sehr gute Dienste leisten. Problematisch ist nur, dass man mit dem schneller aus dem Gleichgewicht gerät und somit gerade auf unebenen Wegen in eine gefährliche Situation geraten kann.
Der Vorteil von Wanderrucksäcke mit internen Rahmen liegt insbesondere darin, dass sie schmaler und schlanker sind. Die Befestigung ist dabei in die Rückenplatte des Rucksackes integriert. Aber auch sie haben ihre Nachteile. Viele Rucksäcke mit internem Rahmen neigen dazu den Nutzer dazu zu zwingen, sich nach vorn zu lehnen, um das Gewicht auszugleichen. Dieses Verhalten kannst zu Wundsstellen stellen und zu Rückenschmerzen führen.
Worauf ist zu achten bei der Wahl zwischen Innen- und Außenrahmen?
Die beschriebenen Vor- und Nachteile beider Systeme machen die Auswahl zwischen Innen- und Außenrahmen einfacher. Sollte der Wanderrucksack auf längeren Touren in einfachem Gelände genutzt werden, so ist der Außenrahmen ideal. Das Gegenteil ist der Fall, wenn man einen schlanken und schmalen Wanderrucksack braucht, um in schwierigem Gelände agil zu bleiben. Bevor man jedoch die Rahmen-Frage entscheidet sollte man sich zunächst darüber im Klaren werden, ob man einen Front- oder Toplader braucht.

 

Wanderrucksack Wandertour

 

Front- oder Top-Loader?

Grundsätzlich unterscheiden sich beide Bauformen nur in der Gestaltung der Öffnung. Front-Loader haben eine besonders große Öffnung, die nicht nur oben sitzt, sondern meist in U-Form einen größeren Bereich einnimmt. Bei manchen Modellen lässt sich somit die gesamte Staufläche öffnen. Der Vorteil liegt auf der Hand: eine sehr leichte Erreichbarkeit der eingepackten Sachen. Man kann mühelos Gegenstände erreichen, die weiter unten im Wanderrucksack verstaut wurden. Damit ist diese Bauform besonders praktisch, wenn man oft Gegenstände aus einem breiten Sammelsurium im Wanderrucksack herausfischen möchte. Problematisch ist nur, dass man hierfür meist eine trockene und saubere Abstellfläche braucht, um den Wanderrucksack auf dem Rückenteil abzulegen. Andernfalls können bei einem vollgepackten Wanderrucksack beim Öffnen Teile auf den Boden fallen.
Anders verhält es sich beim Top-Loader. Dies ist die klassische und geläufige Rucksackform. Sie ist besonders geeignet, wenn man den Wanderrucksack bis oben hin vollstopfen möchte. Verschlossen wird der Wanderrucksack dann meist mit einem Zugband und einem Materialüberschlag. Dies sorgt dafür, dass diese Bauform besonders Witterungsbeständig ist. Selbst Regenfälle in tropischen Gegenden kann der Wanderrucksack trocken überstehen. Dafür sind natürlich Gegenstände, die sich weiter unten im Gepäck befinden, sehr schlecht zu erreichen und man muss vielleicht den gesamten Inhalt ausräumen.

 

Wanderrucksack für Damen – wo ist der Unterschied?

Da männliche und weibliche Körper sich naturgemäß deutlich unterscheiden, müssen auch Wanderrucksäcke diesen Unterschieden angepasst werden. Dabei geht es nicht nur um modischere Farbgebung.
So sind Männer in Deutschland im Schnitt 1,80 Meter groß, während Frauen gerade einmal auf einen Durchschnittswert von 1,60 Meter kommen. Mit der geringeren Körpergröße geht auch eine geringere Rückenlänge einher, was entscheidend beim Kauf eines Wanderrucksacks ist. Auch das bereitere Becken bringt besondere Anforderungen an den Wanderrucksack. So muss insbesondere der Beckengurt an diese physiologische Spezifikation angepasst werden. Nicht zuletzt stellt die Brust der Frau andere Anforderungen an die Lage und den Sitz der Schultergurte. Auch ein Schulterjoch kann schnell als störend empfunden werden.
Neben den ergonomischen Ansprüchen, gibt es oftmals weitere Besonderheiten bei einem guten Damenrucksack. Das Vorderfach sollte gut durchdacht sein: mit vielen, kleineren Fächern und Netzen eignet es sich, um mehrerer kleine Gegenstände aufzunehmen. Auch Taschen am Beckengurt sind aufgrund ihrer schnellen Erreichbarkeit besonders beliebt. Hier können Lippenbalsam und weitere Kleinigkeiten untergebracht werden. Das kleine Fach ersetzt sozusagen die Handtasche.

 

Wanderrucksack – probieren ist studieren

Sollte man sich zum Kauf eines Wanderrucksacks entscheiden geht nichts über eine Anprobe von verschiedenen Modellen. Am besten geschieht dies mit einer Last im Wanderrucksack, sodass man erkennt wie sich der Wanderrucksack beladen verhält. Nur so kann man eventuelle Fehlstellungen und einen unbequemen Sitz feststellen. Der Fachmann sollte durch jahrelange Erfahrung solche Probleme schnell erkennen. Daher sollte man sich ruhig etwas Zeit beim Rucksackkauf lassen. Am schlimmsten wäre es einen Wanderrucksack zu kaufen, bei dem man schon bei der ersten Wanderung bemerkt, dass er nicht richtig sitzt und Schmerzen bereitet oder unbequem ist.

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